Als ich mir vor einiger Zeit eine Coverlock-Maschine zugelegt habe, musste ich anfangs sehr mit dem Nähfußdruck hadern, da dieser einfach IMMER zu hoch war. Folglich endeten die Stoffteile am Nahtende nicht bündig. Dann hab ich den Tipp bekommen, den Saum vor dem Nähen mit Kurzzeitkleber zu fixieren, sodass die Stoffteile beim Nähen gar nicht erst verrutschen können. Hurra, es hat super geklappt! Mittlerweile hab ich neben dem Kleber, die Drehschraube, die den Fußdruck bestimmt, soooo weit rausgedreht, dass eine weitere Drehung dazu führen würde, dass ich die Schraube in der Hand hätte. 😀

ABER dieser Kurzzeitkleber ist nicht nur zum Säumen da. Mittlerweile benutze ich ihn fast täglich, da er für viele unterschiedliche Projekte eingesetzt werden kann. Welche, dass verrate ich dir hier. 😉

Der Kleber ist einfach zu handhaben, man kann die Stoffteile wieder voneinander trennen und repositionieren und er lässt sich vor allem wieder rückstandslos entfernen. Man sollte jedoch sparsam damit umgehen und auch immer eine Unterlage benutzen, da sonst manch anderes auch kleben bleiben könnte. 🙂 Es gibt ihn von unterschiedlichen Marken, ich denke, dass die Wirkung die Gleiche ist, egal von welcher Marke. 😉

 

eber-Säumen-Nähen-Laneli

 

Leder & Pailletten

Jeder der schon Mal appliziert hat, weiß, dass man dafür am besten Vliesofix benutzt. Das Motiv wird spiegelverkehrt auf das Trägerpapier übertragen und anschließend auf den Applikationsstoff gebügelt. Nachdem das Vliesofix ausgekühlt ist, wird das Motiv ausgeschnitten, die Applikationsvorlage abgezogen und kann dann auf das zu applizierende Stoffstück gebügelt werden. Die Ränder noch kurz absteppen und/oder nähmalen und fertig ist die Applikation. ABER es gibt auch Materialien wie Leder oder Paillettenstoff, die man besser nicht bügelt, selbst nicht bei geringer Temperatur. Durch die Hitze könnte sich das Material verziehen oder gar schmelzen und das könnte am Ende echt doof aussehen. Mit dem Kurzzeitkleber kannst du die ausgeschnittene Applikationsvorlage auf dem Stoff fixieren und anschließend nähen. So wird sichergestellt, dass das Motiv auch an Ort und Stelle bleibt. 🙂

 

Paillettenstoff-Leder-Kork-Kurzzeitkleber-Laneli

 

Rundungen

Insbesondere bei Schnittteilen, die am Saum oder an den Kanten (bspw. die vorderen Kanten bei einem offenen Cardigan) abgerundet sind, erweist sich dieser Kurzzeitkleber als besonders vorteilhaft! Fügt man eine Nahtzugabe bei einer Rundung hinzu, hat man stets Schwierigkeiten den Saum eben und akkurat hinzubekommen. Stell dir einfach vor, du malst einen Kreis auf ein Blatt Papier und fügst diesem Kreis einen weiteren Kreis hinzu. Der Abstand von Kreis zu Kreis beträgt ca. 1cm (Nahtzugabe). Anschließend schneidest du den größeren Kreis aus und versuchst diesen 1cm Abstand nach innen exakt auf die Linie des kleinen Kreises zu falten.

Na? Bekommst du das ordentlich hin? So ähnlich verhält es sich auch beim Nähen. Zwar sind Stoffe nicht so steif wie ein Blatt Papier, aber das Ganze ohne Überlappungen hinzubekommen, ist echt mies! 😀 Benutzt man hingegen den Kurzzeitkleber, kann man die Stellen, an denen der Stoff sich zu überlappen scheint, in aller Ruhe zurecht ziehen und andrücken bevor man näht. Aber bitte nicht beim Nähen ziehen! 😉

 

Kurzzeitkleber-Rundungen-Nähen-Laneli

 

Häkelborte & Webbänder

Heutzutage gibt es so unendlich viele Möglichkeiten, selbst einfache und schlichte Stoffe mit ein wenig – wie sagt man im Fachjargon- „Tüddelkram“ aufzupeppen. Im Grunde könnte man das auch ohne Kurzzeitkleber machen, aber wer es gerne akkurat möchte (HIER, ICH!!! :-D) der versucht sein Glück und näht langsamer oder aber schafft das dank der Fixierung mit dem Kleber trotz seines Perfektionismus um einiges schneller. 😉

 

 

Habt ein tolles Wochenende!

Liebst,

Nelli